4.20 Uhr am nächsten Tag war es dann endlich geschafft und wir landeten pünktlich in Sri Lanka. Unser Reiseführer war auch schnell gefunden: Dilroy sollte, wie sich später herausstellte, unser Mädchen für alles für die nächsten Tage werden – Reiseführer, Chauffeur und Ansprechpartner für alle unsere Fragen.
Wir machten auch gleich Bekanntschaft mit einem Phänomen, dass Sri Lanka durch und durch beherrscht: Der hiesige Verkehr. Milde gesagt herrschte ein unüberschaubares Chaos schon direkt am Flughafen, selbst zur ungnädigen Zeit unserer Ankunft. Als wir Dilroy auf dem Weg zum Hotel darauf ansprachen, meinte er nur nüchtern: „In Sri Lanka hat jeder Vorfahrt.“
Gegen 5:30 Uhr erreichten wir endlich unser Hotel, das Rani Beach in Negombo. Es war noch alles dunkel und daher auch verständlich, dass uns die beiden Hotelangestellten schlafend erwarteten. Wir nahmen es mit Humor, waren wir doch selber totmüde. Also nur noch fix duschen und dann ab ins Bett. Aber schon um 8 Uhr waren wir wieder auf den Beinen und machten uns auf die Suche nach Etwas zum Frühstück. Danach zogen wir los, um unsere Umgebung zu erkunden. Wir kehrten aber bald um, weil uns dann doch die Müdigkeit noch in den Knochen steckte.
Kurz vor 13 Uhr klingelte der Wecker erneut. Wir waren mit Dilroy verabredet, der uns angeboten hat, den Fischmarkt zu zeigen. Wieder im Auto fielen uns wie am Morgen zuvor die Fahrgewohnheiten in Sri Lanka auf. Inzwischen hatten wir auch die Kommunikation verstanden: Ein Hupen bedeutet „Achtung! Ich komme!“ und ein zweites Hupen in besonders brenzligen Situationen „Danke für`s Vorbeilassen!“. Außerdem prägen neben dem Linksverkehr auch sogenannte Tuk-Tuks (oder Three-Wheels) das Straßenbild. Diese motorisierten Rikschas findet man wirklich überall und sie dienen als Taxi, sowohl für Touris als auch die Einheimischen.
Dann kamen wir am Fischmarkt an. Auf grobmaschigen Teppichen wurden unzählige Fische in der prallen Sonne ausgelegt. Dilroy erklärte uns, dass es sich um die Fische handle, die nicht verkauft wurden. Diese werden gesalzen und getrocknet. Durch das Salz werden die Fische wiederum ungenießbar für die Krähen und müssen vor denen auch nicht sonderlich geschützt werden.
Der Fischmarkt selbst war überraschend frei von unangenehmen Gerüchen. Dilroy erklärte uns noch die einzelnen Fische, die hier angeboten wurden und zeigte uns einen Fisch, den er selbst sehr gerne isst. Dieser hat eine derart scharfkantige Haut, dass die Frauen, denen wir beim Häuten zusahen, dicke Handschuhe trugen, um sich nicht zu schneiden.
Bevor wir zum Hotel zurückkehrten, machten wir noch einen kurzen Stop bei einem Markt. Hier wurden nicht nur unzählige Obst- und Gemüsesorten angeboten. Außerdem fanden wir hier den gesalzenen Fisch wieder.
Das war dann aber auch schon alles, wozu wir am ersten Tag noch Energie hatten. Abends lernten wir noch ein nettes niederländisches Ehepaar kennen, die sich ein paar Tage später ebenfalls auf eine Rundreise machen wollten. Aber schon bald fielen wir ins Bett, schließlich ging es am nächsten Morgen schon wieder früh los.